Die Fakten liegen auf dem Tisch: Um dem Klimawandel entgegenzutreten, muss das Verbrennen von Erdölprodukten beendet werden, dazu gehört auch eine sogenannte Verkehrswende. Wir haben es jeden Tag selbst in der Hand, sie zu vollziehen – und mit dem Rad andere alltägliche Störungen, Schädigungen und Nachteile zu reduzieren.

Radfahren ist leise – Verkehrslärm stört Mensch und Tier, langfristige Schädigungen sind gravierend. Während jeder »sportliche« Überholvorgang mit dem Pkw eine zusätzliche Lärmbelästigung hervorruft, kann ich mit dem Rad beinahe geräuschlos beliebig sportlich fahren.

Radfahren gibt Platz frei – Die Stadt ist voll. Beinahe zu jeder Tageszeit staut sich der Verkehr, stresst uns die Suche nach einem Parkplatz auch nur für fünf Minuten Haltezeit. Pkw sind für den größten Teil der verkehrsbezogenen Flächeninanspruchnahme verantwortlich. Mit dem Rad kann ich meine Ankunftszeit zuverlässig planen und in umittelbarer Nähe zu beinahe jedem Ziel parken.

Radfahren ist emissionsfrei – Über all die jüngsten Debatten um Stickoxide, Feinstaub und »Dieselgate« haben wir es beinahe vergessen: Autofahren verursacht immer gesundheitsschädliche Abgase und mit CO₂ die Klimakatastrophe. (Und die Gewinnung von Kobalt, Nickel und Lithium für Elektroautos bzw. deren Akkus zerstört die Natur in Südamerika und Afrika, vgl. etwa die ZDF-Dokumentation »Der wahre Preis der Elektroautos« – von dem durch die großen CO2-Emmissionen bei der Produktion in Frage gestellten Klima-Vorteil ganz zu schweigen.)

Radfahren ist gesund – Wir posten die Wasserstandsmeldungen unseres selbstoptimierenden »healthy Lifestyle« in sozialen Netzwerken, gehen ins Fitness-Studio und zum Zumba-Workout – aber zehn Kilometer mit dem Rad zur Arbeit sind nicht drin? Das ist eine Ausrede. Mit meinem Arbeitsweg habe ich meine tägliche Sporteinheit immer schon absolviert, noch bevor der innere Schweinehund sagt, joggen könne ich auch noch morgen.

Radfahren spart Geld – Kraftstoffe sind noch viel zu billig, der Preis enthält nicht die realen Kosten für die Straßeninstandhaltung, den Flächenverbrauch an preislich explodierenden Innenstadt-Quadratmetern und Folgekosten in puncto Umweltschäden, die vergesellschaftet werden (und bei der Klimakatastrophe als erstes von den ärmeren Ländern getragen werden). Als dreiköpfige Familie von RadfahrerInnen vermeiden wir pro Woche vorsichtig geschätzt 300 Kilometer à sechs Liter Diesel pro 100 km à 1,25 Euro – allein dadurch, dass das Auto fast immer bloß vor der Tür steht, statt sich zu bewegen. Kommendes Jahr wird es abgeschafft, dann sparen wir noch Steuer, Versicherung und Unterhalt. Und der Platz vorm Haus bietet noch mehr Aussicht.

Bild von Rudy and Peter Skitterians auf Pixabay

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2 Kommentare

  1. Freut mich, dass dieses Blog startet Michael. Ich bin gespannt auf die zukünftigen Artikel.

    Was die emissionsfreiheit angeht, sollte man auch Pedelecs mit einbeziehen. Pedelecs und E-Bikes werden meines Erachtens weiterhin eine große Rolle spielen, wenn es um Mobilisierung von weniger sportlichen oder wenig motivierten Verkehrsteilnehmern geht. Lieber ein Pedelecs als ein Motorrad/Auto mehr, dennoch würden hier Emissionen erzeugt werden.

    1. Jedes Auto weniger ist gut, da stimme ich Dir zu, Zbigniew, danke für Deinen Kommentar!

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