Mir ist etwa Dummes passiert: Auf dem Eckernförder Recyclinghof habe ich zunächst jede Menge Stoffe entsorgt, die sich über die Zeit bei uns zu Hause angesammelt hatten (unter anderem Elektroschrott, Bauschutt und Farbreste) – und erst nach dem Ausladen festgestellt, dass ich meinen Geldbeutel nicht mitgenommen hatte.

Es war mir sehr unangenehm, dem freundlichen Mitarbeiter erklären zu müssen, dass ich nicht zahlen, bei 40 Kilometern einfacher Strecke auch nicht mal grad in ein paar Minuten wieder da sein könne, außerdem ab dem Folgetag fünf Tage verreist wäre – davon abgesehen aber eigentlich ja auch noch Kompost mitnehmen wolle, denn nur deswegen habe ich ursprünglich die in meinen Augen weite Fahrt überhaupt in Angriff genommen.

Während ich all das vor lauter Peinlichkeit wohl einigermaßen wirr vorbrachte – »ich schreibe ihnen das Kennzeichen und meine Adresse auf, ich komme wieder, versprochen!« – fragte ein Mann neben mir, über welche Summe wir hier überhaupt redeten. Um ehrlich zu sein, habe ich ihn erst missverstanden; im Sinne von »was hier denn (allgemein, üblicherweise) so für Beträge zu entrichten sind«.

Während ich keine andere Antwort wusste, als »ich muss zehn Euro fünfzig zahlen« zu sagen, wurde mir das Missverständnis durch seine Replik sofort klar: »Ich schenke ihnen das, dann sind sie frei – das kommt schon irgendwie wieder zurück!«

Ich bin immer noch sehr gerührt von seiner gelassenen und freundlichen Großzügigkeit – und glaube wie er an eine Art gesellschaftliches Karma oder, anders ausgedrückt, eine Wirksamkeit von guten Taten. Wenn es mir auch für mich persönlich schwerfällt, das Gute ohne schlechtes Gewissen anzunehmen, so entscheide ich mich doch nun bewusst dazu, diese herzliche Geste als Ergebnis meiner eigenen Hilfsbereitschaft anzusehen – und freue mich daran, wieder mehr auf das gute Gefühl schauen zu können, wenn ich anderen helfe oder auch nur eine freundliche Geste mache.

Danke!

Foto: pixabay/sasint

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